Über Stutenmilch
Stutenmilch hat sich auf Grund ihrer Inhaltsstoffe und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten, in der Ernährung von Erwachsenen und Kindern bewährt. Insbesondere auf der Suche nach natürlichen und vollwertigen Nahrungsmitteln, als alternative zu künstlichen Fertignahrungsmitteln, haben Ernährungsfachleute die Stutenmilch für die menschliche Ernährung neu entdeckt.
Nährt, stärkt, regt an
Stutenmilch wird von alters her als Nahrungs-, Genuss- und Heilmittel bei Pferdezucht treibenden Völkern verwendet. Erste Überlieferungen in der Literatur erfolgten durch Herodot, der berichtet, dass schon die ersten nomadisierenden Viehzüchterstämme der Skythen und Saken, die lange vor unserer Zeitrechnung lebten, sich mit der Herstellung und Anwendung von fermentierter (vergorener) Stutenmilch auskannten. Auch Marco Polo ging im 13. Jahrhundert in seinen Reiseberichten auf die Verwendung von Pferdemilch bei den Mongolen und einigen Volksstämmen im südlichen Russland ein. In Osteuropa und Asien genoss das gut schmeckende Elixier den Ruf eines Heilmittels.
Postikow beschrieb die Wirkung des Kumys auch Airag genannt auf den Organismus mit der Formel „nutrit, robat et alterat“ - „nährend, stärkend, erneuernd“.
Noch heute ist Kumys das Nationalgetränk der Kirgisen, Baschkiren, Kasachen und anderer Völker des zentralasiatischen Raumes. Die Kasachen sehen im Kumys die Ursache für ihr langes und fröhliches Leben.
Die Bezeichnung „Kumys“ auch „Koumiss“ oder türkisch „Kimiz“ für das milchsaure Getränk aus Stutenmilch soll von dem Volk der Kumanen herrühren. Im Jahr 1215 ist diese Völkerschaft von den Tartaren besiegt worden, so dass die Kenntnis der Bereitung von Kumys auf sie übergegangen ist. Früher stellten die Nomaden den Kumys her, indem sie die frisch gemolkene Stutenmilch in ein ledernes Gefäß füllten, mit einem Säuerungsmittel, z.B. alten Kumys anreicherten, den Lederbeutel auf einen Pferderücken schnallten und durch die Steppe ritten. Die ständige schaukelnde Bewegung regte den Gärungsprozess an. Der Reiter erkannte am Schaumgehalt, ob das Getränk fertig war. Die Herstellungsweise änderte sich insoweit, dass nun die Frauen, den Kumys mit einem Stößel durchwalken mussten. Es war eine schwere und ermüdende Arbeit.




